Altes Puppenhaus

Der Auslöser...

das alte Puppenhaus

Im September 1999 holten wir das Puppenhaus aus dem Keller meiner Schwester. Das Haus sah schrecklich aus und wir ahnten schon, welcher Aufwand damit verbunden ist. Wir nahmen das Haus mit. Es wurde in Einzelteile zerlegt und danach haben wir alle Holzteile beschriftet, die später wieder gebraucht wurden.


 



Mein Mann zeichnete einen Bauplan und optimierte dabei die Zimmeraufteilung etwas. Es wurden Skizzen gemacht von fehlenden und nicht mehr verwendbaren verzogenen Teilen, z. B. von der Außenfassade. Auch ein Elektroplan wurde angefertigt. Denn es sollte ja auch überall Licht sein. Es wurde eine neue starke Bodenplatte gekauft und darauf die Stützen für die Grundkonstruktion gestellt. Ich konnte in der Zwischenzeit beginnen, die alte Farbe von gut erhaltenen Teilen abzuschleifen. Unsere Kinder waren beschäftigt Dinge aus FIMO, Pappe und Papier fürs Puppenhaus zu basteln, denn sie hatten auch ihre Ideen.



 

Bau der ersten Etage



Ende Oktober mussten wir zwischenzeitlich noch ein Puppenhaus herrichten, als Geburtstagsgeschenk für meine Schwiegermutter, die auch schon von unserem Hausbau angetan war. Sie besaß alte Puppenstubenmöbel aus ihrer Kindheit, die sie ab und zu für die Enkel aus den Kartons holte. Es fehlte nur noch ein Haus zum einrichten. Und so bekam sie das Haus mit vier Zimmern, dass ihre Kinder und unsere Kinder vorher hatten. Unsere Tochter war einverstanden, denn sie hatte ja noch einen Kaufladen aus den 60-ger Jahren zum einräumen. Wir holten das Puppenhaus aus dem Keller und ich machte mich an die Arbeit. Die alte Tapete musste ´runter und erneuert werden. Auch ein sehr alter Lichtschalter und eine Gardinenstange von 1930 hatten endlich ihren Platz gefunden. Aber es ging nicht so reibungslos, wie wir dachten, weiter. Einen Tag vor dem Geburtstag ging plötzlich kein Licht mehr und es dauerte lange, bis mein Mann den Fehler gefunden hatte. Ich hatte beim Abschneiden der Tapetenreste ein Kabel angeschnitten. Aber wir gaben nicht auf und so wurde es Nacht, bis das Haus endlich wieder leuchtete und in einen großen Karton mit großer Schleife verpackt werden konnte. Es war für uns eine große Freude unserer Mutter und Oma beim Auspacken zuzusehen. Sie war glücklich und ihre Gedanken gingen in ihre Kindheit zurück. Sie räumte später, als alle Gäste gegangen waren das Haus ein. Sie konnte ihre Schätze aus ihrer Kindheit jetzt wieder täglich ansehen. Das eine oder andere kaufte sie dazu und die Weihnachtswünsche waren nun auch klar.
In der Zwischenzeit besitzt sie ein Haus, eine Puppenstube mit zwei Zimmern, eine alte Küche, viele Möbel und die Puppenkinder stehen im Regal.


Auf geht´s

Jetzt mussten wir aber an unserem Haus weiterarbeiten, es gab schließlich bis Weihnachten noch viel zu tun. Als nun die erste Etage Licht hatte und alle Türen eingesetzt waren, konnte ich mit dem Tapezieren der einzelnen Zimmer beginnen. Aus unserem Bauplan konnten wir genau sehen, wie die Zimmeraufteilung war. Nachdem die Deckenplatte aufgesetzt war, konnten wir mit der zweiten Etage beginnen und danach mit dem Dachgeschoss. Das ging recht zügig und wir konnten mit der Außenfassade beginnen. Mein Mann sägte herausnehmbare Wandteile nach der Vorlage der vorhandenen Teile. Die Anpassarbeiten waren recht aufwendig, denn es gab da fast keinen rechten Winkel.
Das Treppenhaus brauchte neue Stufen und Geländer. Die Fenster erhielten Glas und eine Haustür musste entworfen werden. Auch die Schmuckelemente hat er nach altem Vorbild ergänzt.
Kurz vor Weihnachten waren wir mit allen Arbeiten fertig und am Heiligabend konnte das Haus endlich eingerichtet werden. Die Geschenke vom Christkind fanden ihren Platz.



 



Der Schreiner hat die Treppen geliefert.




 

Endlich fertig



Und wir fühlten, wie Opa Arno schmunzelnd herunter schaut und zufrieden nickt.